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Anleitung zum Nadelbinden

Geschichte des Nadelbindens - Nadelbinde-Anleitung - Galerie - Links und Bücher

Der Oslo-Stich: BEBILDERTE ANLEITUNG und OSLO-LERNVIDEO

Wie funktioniert Nadelbinden?

Diese Technik ist eine der einfachsten und ursprünglichsten, um aus einem Faden oder Garn einen Stoff, oder sagen wir besser eine textile Fläche zu erzeugen. Im Prinzip wird der Faden mit Hilfe einer Nadel mit sich selbst verschlungen, wer nähen kann, möge sich vorstellen einen Knopfloch-Stich in der Luft, also nicht auf einen Stoff zu nächen. Im Gegensatz zum Stricken oder Häkeln, bei dem man mit einem Endlosfaden arbeiten kann, ist beim Arbeiten mit einer normalen Nadel mit Öhr die Fadenlänge begrenzt, und man muss regelmäßig neue Fadenstücke ansetzen. Der einfachste Stich ist der Knopfloch- oder Schlingenstich (wie man ihn vom Nähen kennt), der zum Beispiel bei uns schon aus der mittleren Steinzeit (Mesolithikum) für die Herstellung von Fischernetzen nachgewiesen ist. Komplexere Stiche erzeugen dichtere Textilien, die wegen ihrer Elastizität (im Gegensatz zu Geweben oder Leder) vor allem für Hand- und Fußbekleidung, sowie für Kopfbedeckungen beliebt waren. Abhängig von der Wahl und Anzahl der durchstochenen Schlingen gibt es unglaublich viele Stichvarianten, von denen manche aus archäologischen Funden bekannt sind (sie tragen dann oft den Namen des ersten Fundortes, z.B. Oslo- oder Korgen-Stich). Der Experinemtierfreude sind hier jedoch keine Grenzen gesetzt, und so wie wir heutigen Nadelbinderinnen und Nadelbinder neue Stiche entwickeln, so haben das sicherlich auch unsere historischen und prähistorischen Vorgänger getan. Schließlich sind die archäologischen Funde von Textilien immer nur glückliche Einzelfälle, in denen besondere Erhaltungsbedingungen verhindert haben, dass die Stücke verrotten konnten. Aber sie stellen damit natürlich auch nur einen winzigen Bruchteil des damals möglichen und wahrscheinlich vorhandenen Repertoires da!

Verschiedene Stichtypen mit Fotos findet Ihr HIER

Die verschiedenen Stiche bei archäologischen Fundstücken zu erkennen oder gar zu beschreiben ist nicht ganz einfach. Es gibt verschiedene Klassifikationssysteme um die Stiche zu benennen (siehe Übersicht bei sigridkitty). Die bekanntesten Stiche werden der Einfachheit halber meist nach ihrem Fundort benannt, für die technische Erläuterung benutzt man heute meist die Notifikation nach Hansen (Hansen, Egon H., Nalebinding: definition and description. In: Textiles in Northern Archaeology, Textile Symposium in York, North European Symposium for Archaeological Textiles Monograph 3, NESAT III, London Archetype Publications, 1990, 21-27).

 

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Anleitung

Ihr wollt es auch mal ausprobieren? Ich habe für meine Nadelbinde-Kurse als Gedankenstütze eine BEBILDERTE ANLEITUNG (pdf) geschrieben, mit dem man den Oslo-Stich lernen kann. Dieser ist relativ einfach, auf seiner Grundlage lassen sich aber viele andere Stiche erlernen. Zum Lesen benötigt Ihr den Acrobat-Reader, den man sich kostenlos bei der Herstellerfirma herunterladen kann.

Weil eine Freundin von mir es aber mit meiner Anleitung nicht geschafft hat, sich den Oslo-Stich beizubringen, habe ich das ganze jetzt auch in Form von Videos gemacht, die Ihr Euch hier ansehen könnt: OSLO-LERNVIDEO.

beutel in diversen stichtypen nedelgenbundene tasche

 

Tips und Tricks:

Was viele beim Nadelbinden ein wenig nervt, ist das häufige Ansetzen neuer Fadenstücke, da man nicht wie beim Stricken oder Häkeln mit einem Endlosfaden arbeiten kann. Man kann den Faden doppelt (oder auch mehrfach) durch die Nadel führen, was einen längeren Faden ermöglicht. Es lohnt sich aber nicht, überlange Fäden zu benutzten, da die "Durchziehlänge" nunmal durch unsere Armlänge begrentz ist, und das Nachziehen von zu langen Fäden viel Zeit in Anspruch nimmt.

Das Anstückeln von neuen Fäden kann natürlich durch einfaches Knoten gemacht werden, aber man hat dann natürlich die unschönen knubbeligen Stellen in seinem Werkstück. Wenn man mit echter Wolle filzt (und darauf achtet, nicht "superwash" zu kaufen), kann man die Stücke aber praktisch unsichtbar anfilzen. Dazu einfach das alte und das neue Fadenende ca. 3 cm aufdröseln und die Enden ineinander legen. Durch einfaches Rollen des Verbindungsstückes zwischen den Händen oder auf dem Knie verfilzen die beiden Enden. Am besten macht man das ganze noch mit ein wenig Spucke feucht. Natürlich muss man an der Stelle dann etwas vorsichtig sein beim Nadeln, aber das ist normalerweise kein Problem. Und man muss auch keine Angst haben, es könnte an der Stelle später wieder aufgehen. Die Stellen sind stabil, und im Gegensatz zum Stricken oder Häckeln besteht beim Nadelbinden keine Gefahr, daß sich irgendetwas wieder aufribbelt: Schließlich besteht das ganze Stück im Prinzip aus unzähligen (nicht ganz zugezogenen) Knoten verschiedenster Art. Deswegen kann man seine Nadelarbeit auch ohne Angst in eine Tasche stecken oder in einem Haushalt mit Kindern oder Tieren offen rumliegen lassen. Denn es ist völlig gefahrlos, wenn die Nadel mal rausrutscht!

Wenn man nicht mit Wolle arbeitet, lassen sich die Fadenenden kaum verfilzen. Es gibt aber einige andere Möglichkeiten die Enden zu verbinden, ohne einen fiesen Knoten machen zu müssen. Dazu gibt es den sogenannten "russian join": http://www.geocities.com/mama_bear_007/Russian_Join.html oder hier http://www.knittinganyway.com/freethings/russianjoin.htm oder sogar als Film http://www.youtube.com/watch?v=4oCmosL-Ggc. Aber für meinen Geschmack ziemlich zeitaufwändig....

Schneller geht der "lazy join": http://home.roadrunner.com/~wxnil/wxnil_content/virginias_arts.html

 

 

Wenn Ihr Fragen habt, oder wirklich am Nadelbinden interessiert seid, empfehle ich Euch auf jeden Fall Mitglied im einem der Nadelbindungs-Emailverteiler bei yahoo zu werden. Es gibt zwei deutschsprachige, einer heisst nadelbindung und einer nadelbindeliste. Die englische yahoo-group findet ihr unter nalbinding. Und natürlich seid Ih herzlich eingeladen, einen Kurs in Nadelbindung bei mir zu machen, Termine findet Ihr hier.

 

 

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