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Die Geschichte des Nadelbindens

Geschichte des Nadelbindens - Nadelbinde-Anleitung - Galerie - Links und Bücher

Die ältesten Nadeln mit Öhr bestehen aus Knochen und stammen aus dem sogenannten Gravettien, einer Stufe der späten Altsteinzeit vor ca. 26-19.000 Jahren. Diese wurden wahrscheinlich gebraucht, um Bekleidung aus Leder zu vernähen, doch zeigen neue Grabungsfunde, dass auch schon zu dieser Zeit komplexere textile Techniken (Halbweben, Zwirnbindung, etc...) und die Nutzung pflanzlichen Fasern bekannt waren.

Es gibt einige Publikationen zum Nadelbinden, und nicht alle definieren diese Technik gleich. Meiner Ansicht nach kann man aber alle mit einer Nadel mit Öhr hergestellten Stoffe, die aus Schlingen (nicht Maschen!) bestehen, als nadelgebunden bezeichnen, unabhängig davon, wie komplex sie sind.

Zur genauen Beschreibung von archäologischen Textilfunden in Nadelbindung wurde von Egon Hansen (1990) eine Notation entwickelt, durch welche die Stiche bis zu einer gewissen Komplexität relativ gut beschrieben werden können. Das Grundprinzip ist hierbei den Fadenverlauf innerhalb einer Schlinge zu beschreiben.

Archäologische Funde in dieser Technik sind vermutlich einige Fragmente von Fischernetzen aus dem Mesolithikum (Mittlere Steinzeit), mit Sicherheit aber ist das Nadelbinden seit dem Neolithikum (Jungsteinzeit) belegt, z.B. durch Funde in Israel (Nahal Hemar). Berühmt sind jedoch vor allem die Funde in Nordeuropa, die zum Teil aus der Bronzezeit stammen (z.B. aus Skydstrup/Dänemark), viele sind aber auch wikingerzeitlich. Zudem gibt es lustige bunte Socken und auch Kopfbedeckungen aus dem koptischen Ägypten.

Im Mittelalter gelangte die Technik des Strickens (Maschenstoff!) aus dem arabischen Raum nach Mitteleuropa, wo sie wegen der schnelleren Produktionsgeschwindigkeit begann, das Nadelbinden zu verdrängen. Das Nadelbinden konnte sich jedoch in einigen Regionen vor allem Nord-Europas erhalten, so dass die Technik dort auf eine lange ungebrochene Tradition zurückblicken kann.

Heute erlebt das Nadelbinden durch das verstärkte historische Interesse eine Art Revival. Vor allem in reenactment- und living-history-Gruppen, die auf Authenzität bedacht sind, wird die Technik wieder ausgeübt um vor allem Socken, Handschuhe und Mützen herzustellen.

 

 

 

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