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Wie bastel ich selber eine Spindel?

Also das Prinzip einer Spindel ist ja relativ einfach: Man benötigt einen Stab als Achse und ein Gewicht am oberen oder unteren Ende als Schwung-Rad.

In einer Dokumentation auf Arte über Afgahnistan habe ich mal eine Frau gesehen, die ohne Spindel gesponnen hat, und nur das Knäuel am Ende des Fadens drehte. Ich vermute, dass sie am Anfang einen Stein als Gewicht verwendet hat, der dann vom gesponnenen Garn umwickelt wurde. Damit der Faden sich nicht vom Stein abrollt kann man ihn einfach mit einem Stöckchen (ich nehme Zahnstocher) feststecken.

Ganz einfache Spindeln, die man jederzeit zu Hause bauen kann bestehen z.B. aus einem Stab (Stricknadel, langer Stift, ...) und einem Schwung-Rad, wie z.B. einer CD (dafür gibt es eine Bauanleitung bei der Handspinngilde), einem Rad von einem größeren Spielzeug-Auto oder einem (möglichst symmetrischen) Stück Obst oder Gemüse, das einfach aufgespießt wird.

Wenn es etwas professioneller aussehen soll, kann man (im gut sortierten Bastelgeschäft) einen Rundstab (die Dicke ist Geschmackssache, ich nehme so um die 6mm) und ein Holzrädchen kaufen. Die Kosten liegen unter zwei Euro. Zusätzlich braucht man für eine Kopfspindel noch einen kleinen Metallhaken (bei uns im Baumarkt 10 Stück für 1,65 Euro), aber auch eine Fußspindel kann man mit einem Haken ausstatten.

Meist muss man das Loch in der Mitte des Rädchens noch größer Bohren (Achtung! Das Loch muss ganz gerade sein, sonst dreht sich die Spindel nicht gleichmäßig). Wenn der Stab im Rädchen fest sitzt, braucht man ihn nicht weiter zu befestigen, ansonsten einfach mit einem Tropfen Ponal festleimen. Alternativ kann man auch ein wenig Wolle oder Flachs mit ins Loch stopfen. Das hält, und man kann den Spinnwirtel weiterhin ab machen (zum Transport oder Auswechseln).

Das Häckchen kann man bei den meisten Hölzern mit der Hand reindrehen. Bei einer Fußspindel steht der Holzstab unten nicht heraus (muss er zumindest nicht) und wird durch das Rad rundherum stabilisiert, so dass beim Haken reindrehen nicht viel passieren kann. Will man in den Stab einer Fußspindel oben einen Haken reinmachen, muss man jedoch das Loch mit einem feinen Bohrer vorbohren (oder einem dünnen Nagel vorsichtig eindrücken), sonst bricht der dünne Stab seitlich aus, wenn man den Haken reindreht.

Das obere Ende einer Fußspindel kann ganz glatt sein (der Faden wird ja mit einer Schlaufe darumgelegt). Anstelle eines Hakens kann man jedoch auch eine Kerbe (einseitig oder rundherum) ins Holz schnitzen, damit der Faden weniger schnell abrutscht. Ich persönlich finde die Kerben allerdings lästig, weil man dann die Schlaufe vom oberen Ende des Stabes schlechter abkriegt.

Wer gerne eine Spitze am unteren Ende des Stabes hätte, kann das einfach mit einem Bleistiftspitzer bewerkstelligen. Allerdings sollte man sich der Gefahr eines eventuellen 100-jährigen Schlafes bewusst sein, falls man sich dann damit in den Finger sticht.

Und jetzt kann man natürlich noch kreativ sein und die Spindel anmalen, Muster reinschnitzen oder -brennen, das Holz ölen oder wachsen, ...

 

Spinnen ohne Spindel, nur mit einem Stein als Dreh-Gewicht

 

Obst-Spindel (Mandarine auf Stricknadel) - macht nicht unbedingt Spaß, aber funktioniert!

 

Rundstab, Holzrädchen und Metallhaken

 

fertige Kopf- und Fußspindeln

 

oberes Ende einer Kopfspinde mit Kerbe, mit Haken und glatt

 

 

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